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Wasser, Wärme und gute Luft bleiben gesichert Innung des Sanitär-Heizung-Klima-Handwerks begrüßt Junggesellennachwuchs

Feierlich ging es am Freitag wieder einmal beim Handwerk zu. Das Sanitär-Heizung-Klima-Handwerk (SHK-Handwerk) sprach nach erfolgreicher Prüfung 10 Jugendliche im Meistersaal im Jenaer Haus des Handwerks von den Pflichten als Lehrling frei. Sie verstärken als Junggesellen nun die Reihen in den Betrieben der Region.

 

Mit dem Prädikat „Sehr gut“ schloss der Jahrgangsbeste Lukas Geiling die dreieinhalbjährige Lehre zum Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ab. Sein Lehrbetrieb Schulz, Heizung und Bad GmbH in Laasdorf übernahm ihn natürlich als Junggesellen. Besonders freue er sich darauf, nun in seiner Spezialisierung Badgestaltung und Bädermodernisierung neben dem Handwerklichen auch das Gestalterische umsetzen zu können. Sicher werde er auch die Meisterschule angehen, doch jetzt wolle er das gelernte erst einmal vertiefen. In seiner Dankesrede an Ausbilder, Lehrer und Eltern, die traditionell stets der Jahrgangsbeste hält, erinnerte er daran, dass nur der Fachmann ernst genommen werde, „der sein Handwerk von der Pike auf gelernt hat.“

 

Für den heute 19-Jährigen stand schon früh unverrückbar fest, dass er „mal etwas mit seinen Händen und mit Technik machen und schaffen wollte“. Kein Wunder, denn schließlich lebte Vater Jens Geiling, ebenfalls Meister im SHK-Gewerk, es vor. Und so probierte sich der junge Lukas frühzeitig an Holz und Elektrobaukasten aus. Anpacken war ebenfalls „sein Ding“. Es gebe nach seinen Worten auf dem elterlichen Gehöft in Hainbücht stets auch genügend zu tun. Später lernte der heute 19-Jährige durch Schülerpraktika seinen späteren Lehrbetrieb und heutigen Arbeitgeber kennen.

 

Zukunftsfest, anspruchsvoll und vielseitig bleibe nach den Worten von Lutz Küffner, Obermeister Innung Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik Jena/Saale-Holzland-Kreis, der Beruf durch immer wieder neue Technologien im Feld der Erneuerbare Energien und Umwelttechnik. Auch Sanitär-, Heizungs- sowie Lüftungs- und Klimatechnik besitze zunehmendes Elektronikinnenleben. Und diese energieeffiziente Technische Gebäudeausrüstung müsse verstanden werden, um sie fachgerecht in Gebäudeautomationssysteme einzubinden. Nur so könne alles automatisch überwacht und gesteuert werden.

 

Kreishandwerksmeister Thomas Jüttner verwies auf ein zwar erstes, wieder leicht zunehmendes Interesse an Berufen im Handwerk, jedoch im gleichen Atemzug auch auf die weiter dramatische Situation bei Fachkräften und Betriebsnachfolgern. Denn „es müssten nicht nur etwa 200 sondern stabil alljährlich mindestens 400 Lehrbeginner in Handwerk sein“. Dass Handwerk als „Wirtschaftsmacht von nebenan“ seine Interessen durchsetzen kann, belege der Erfolg, 2015 die vom Kultusministerium angestrebte Schließung der Berufsschulklassen der Elektroniker und Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) in Jena-Göschwitz verhindert zu haben. Und zu Recht, denn inzwischen mussten für 38 angehende Anlagenmechaniker und 42 Elektroniker sogar jeweils zwei Klassen eröffnet werden.

 

Die Art und Weise der Freisprechung reicht zurück bis in die Zeit der Zünfte und Gilden. Sie wird bis heute gelebt und als Tradition des Handwerks bewahrt. In Anwesenheit aller Meister der Innung, vor geöffneter Innungslade, die alle Urkunden und Dokumente der Innung enthielt, legten die Junggesellen mit Handschlag ihre Verpflichtung ab, ihren Beruf und ihre Zunft in Ehren zu halten. Mit diesem Lossprechen, auch als Ledigschelten oder Freisprechen bezeichnet, endete die Lehrzeit.

 

Bild & Text Karsten Seifert

 

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Veröffentlichung

Fr, 11. Februar 2022

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